Ein eLearning-Kurs von Oliver Becker – Ihr Tourismusberater

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Lerneinheit 2

Wie geht man am besten mit Ideen um?

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Kurz­­­beschreibung: 

In der zweiten Lerneinheit soll es um Hilfsmittel für ein erfolgreiches Ideenmanagement gehen. Außerdem erfahren Sie, warum sich viele Menschen bei der Ideenfindung für den falschen Denkprozess entscheiden.

Gliederung: 

In dieser Lerneinheit erwartet Sie:

  1. Denken in die richtige Richtung
  2. Stützende Hilfsmittel für das Ideenmanagement
  3. Edison – der Name ist Programm

Eingangsszenario: 

Sie kennen die Situation nur zu gut: Für das anstehende Projekt brauchen Sie und Ihr Team dringend eine zündende Idee, aber Ihr Kopf will einfach nichts Neues ausspucken. Aber so ist das manchmal. Ab und zu kommt man beim Denken einfach nicht weiter. Sie stehen auf dem berühmten Schlauch. Eine Blockade hat sich breit gemacht. Doch sind Sie sich sicher, dass Sie auch den richtigen Denkansatz wählen? Wie kann ich dem ganzen Prozess eine strukturelle Unterstützung geben? Und was verbirgt sich hinter dem Namen “Edison”?

Video:

Zusammenfassung:

Haben Sie sich schon einmal damit auseinandergesetzt, ob die Denkrichtung, die Sie einschlagen, in die richtige Richtung zeigt?

Vertikales und laterales Denken

Der vorherrschende Denkprozess ist vertikales Denken (auch lineares oder logisches Denken genannt). Hier liegt der Schwerpunkt oft auf dem Speichern von Wissen und dem Trainieren analytischer Fähigkeiten. Diese Art zu denken lernen wir von unseren Eltern und Lehrern. Informationen werden selektiert und später wieder neu verbunden.

Den deutlich kreativeren und somit erfolgreicheren Denkprozess umfasst das laterale Denken. Durch die Anwendung dieser Methode schafft man eine grundsätzliche Distanzierung von allem Gewohnten. Diese Art zu denken ist provokativ, stellt also vermeintlich unverrückbare Eigenschaften und Abläufe grundsätzlich in Frage. Es verändert bestehende Denkmuster und zerlegt alte Strukturen in kleine Bestandteile. Durch diese Herangehensweise finden wir erst den wirklich kreativen Weg zu einer neuen Idee. Trauen Sie sich einfach einmal, das Grundsätzliche in Frage zu stellen und in seine Kleinteile zu zerlegen.

Das Eisenhower-Prinzip

Bei kreativen Prozessen und insbesondere mit kreativen Menschen, denen die Ideen nicht ausgehen, droht die Gefahr, dass man sich verzettelt, viele Dinge gleichzeitig angeht und letztlich die oftmals guten Ideenansätze verloren gehen. Hier gibt es eine sehr alte aber bewährte Methode: das Eisenhower-Prinzip.
Dieses Prinzip der richtigen Priorisierung in Einheiten, die wichtig und eilig sind und Einheiten, die es eben nicht sind, kann man in der im weiteren Verlauf abgebildeten Grafik gut erkennen. Dabei gibt es in unserem Fall Ideen, die aus unserer Sicht so gut sind, dass Sie den Titel “wichtig” bekommen. Wenn diese zusätzlich auch noch schnell zu erledigen sein sollten, bekommen Sie die Priorität „A“. Ideen, die nur wichtig, aber nicht eilig sind, bekommen die Priorität „B“. Dann gibt es Ideen, die schnell umsetzbar wären, aber nicht so wichtig (=gut) sind; diese erhalten das Prädikat „C“. Und zu guter Letzt gibt es eine Kategorie mit dem Prädikat „D“. Besser wäre eigentlich der Buchstabe „P“ wie Papierkorb, denn Ideen, die weder eilig noch wichtig sind, sollten schlichtweg verworfen werden.

Ein weiterer spannender Aspekt der Eisenhower-Methode ist nach dem Zuordnen des Rankings, der zweite Aspekt des Delegierens. Dinge, die wichtig und eilig sind, sollten von mir als Entscheider unmittelbar angegangen werden. Dinge, die wichtig, aber nicht eilig sind, sollten jetzt terminiert werden. Das wird leider oftmals vergessen. Und Dinge, die einfach nur eilig zu erledigen sind, aber eben nicht wichtig sind, sollten grundsätzlich delegiert werden.

Der PDCA-Zyklus

Das zweite Werkzeug, das eine Struktur in Ihre Denkprozesse bringen kann, ist der PDCA-Zyklus, der auch der Deming-Zirkel genannt wird. Der Name stammt von dem amerikanischen Wirtschaftsberater, der mitgeholfen hat, nach dem zweiten Weltkrieg die Wirtschaft Japans wieder aufzubauen. Hinter dem Akronym verbergen sich folgende Eigenschaften: das „P“ steht für „plan“, was bedeutet, dass man sich bei jeder neuen Idee (in unserem Fall) erst einmal einen Plan machen sollte. Hier kann es sich zum Beispiel um einen Maßnahmenplan handeln, aus dem hervorgeht, wer, was, wie und bis wann zu erledigen hat. Einen solchen Maßnahmenplan sollten Sie immer an das Ende Ihres Kreativprozesses legen, damit die nächsten konkreten Schritte definiert sind. Hinter dem Buchstaben „D“ verbirgt sich der Begriff „do“, was richtig übersetzt „ausprobieren“ bedeutet. Demnach sollte immer ein Probelauf stattfinden, bevor eine Idee in die Realisierung gehen kann. Nur so haben Sie die Möglichkeit, Komponenten der neuen Idee unkompliziert zu verändern und anzupassen. Deswegen folgt danach auch der Buchstabe „C“ für „check“, der bedeutet, dass wir das Ausprobieren auf Ungereimtheiten und Fehler kontrollieren sollten. Zum Schluss folgt der Buchstabe „A“ für „act“ oder auch „action“. Das ist der Startschuss für die Markteinführung. Da es sich bei dem Modell um einen Zirkel handelt, läuft der Prozess immer weiter. Es wird also weiter beobachtet und geplant, ausprobiert, kontrolliert und ausgerollt, usw.


Das Edison-Prinzip

Der Name Edison ist Programm. Das dachte sich der Autor Jens-Uwe Meyer in seinem Buch „Das Edison-Prinzip“ (siehe Buchtipp unten). Er beschrieb den Denkprozess bzw. -weg von Edison mit Begriffen, die er den einzelnen Buchstaben seines Nachnamen zuordnete.

  • Dabei steht das „E“ für „Erfolgschancen erkennen“. Edison erkannte Chancen, für die andere blind waren. Elektrisches Licht ist preiswerter und sicherer als Gas- und Kerzenleuchter. 
    || Die Glühbirne war eine Problemlösung.
  • Das „D“ steht für „Denkautobahnen verlassen“. Edison definierte Probleme anders und fand neue Wege. 
    || Probleme sollten von allen nur erdenklichen Seiten beleuchten werden – eine exakte Diagnose ist enorm wichtig.
  • Das „I“ steht für „Inspirationen suchen“. Edison blickte über den Tellerrand.
    || Seien Sie immer auf der Suche nach Lösungen aus anderen Bereichen. Vergleichen Sie diese mit dem entdeckten Problem und übertragen Sie die Lösungen anschließend.
  • Das „S“ steht für „Spannung erzeugen“. Edison hatte eine eigene Denktechnik, um Ideenfunken zu erzeugen.
    || Zerlegen Sie Probleme in kleine überschaubare Einheiten und versuchen Sie, diese auf Wegen zu lösen, die bisher nicht verwendet wurden – das Ganze sollten Sie spielerisch angehen.
  • Das „O“ steht für „Ordnen und optimieren“. Edison suchte, bis er das perfekte Konzept hatte.
    || Eine Idee muss solange optimiert werden, bis sie in das Gesamtkonzept passt und den Erfolg verspricht, den man erwünscht. Dabei müssen Sie immer an das gesamte System denken.
  • Das „N“ steht für „Nutzen maximieren“. Edison war ein Meister der Ideenvermarktung.
    || Ideen brauchen die richtige Inszenierung: Sie sollten plakativ und überzeugend formuliert werden, der Nutzen herausgestellt werden und sie sollten Begeisterung wecken.

Weiterführende Links:

  • Was ist der PDCA-Zyklus und wie läuft dieser ab?: Hier klicken
  • Buchtipp – “Das Edison-Prinzip” von Jens-Uwe Meyer: Hier klicken

Ausgangsszenario:

Die vorgestellten Hilfsmittel haben Ihnen sehr gut gefallen. Vor allem das mit dem Priorisieren war enorm interessant. Damit haben Sie nämlich im Moment noch ab und zu Probleme. Sie beschließen das Erlernte direkt beim nächsten Projekt anzuwenden. Ein bisschen Angst vor der kreativen Arbeit an Ideen haben Sie allerdings immer noch. Gut, dass die letzten drei Lerneinheiten sich mit nützlichen Mitteln und Werkzeugen beschäftigen, die Ihnen diese unbegründete Angst nehmen. Weiter geht’s!